Deutsche Büromärkte im Marktabschwung
Die Büromärkte in den sieben von der gif untersuchten Immobilienhochburgen haben im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 2,3 Mio. qm erzielt. Dieser Wert liegt damit rund 26% unter dem Vorjahreswert von 2008 (3,1 Mio. qm) und knapp über dem Umsatzniveau des Jahres 2004.
Nach dem Rekordjahr 2007 (3,4 Mio. qm) war damit der Umsatz zum zweiten Mal in Folge rückläufig. Die Flächenumsätze des Jahres 2009 belegen ferner, dass sich diese synchron zur schwachen Wirtschaftsentwicklung verhalten. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitskreis Marktanalysen und Bedarfsprognosen der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. (gif) aufgrund der von ihm moderierten Abstimmungsrunden mit den marktführenden Immobilienberatern über die Markteckdaten für das Jahr 2009.
Ähnlich negativ wie die Umsatzentwicklung haben sich auch die Mieten und der Leerstand entwickelt: Sowohl im Segment der Spitzen- und Durchschnittsmieten wurden an nahezu allen Standorten Rückgänge dokumentiert. Ausnahmen bildeten jeweils Stuttgart (Spitzenmiete unverändert 18,00 €) bzw. Düsseldorf (Durchschnittsmiete +0,20 € auf 13,70 €) und Frankfurt (17,50 € auf 20,00 €). „Dieser kurzfristige Anstieg der Durchschnittsmieten ist in rückläufigen Märkten nicht ungewöhnlich“, erläutert Ursula Neißer von DTZ Zadelhoff, welche die Durchführung der diesjährigen Erhebung verantwortet hat. “Spiegeln sich doch in ihnen die Bemühungen der Unternehmen, sich Flächen in den sehr guten Lagen zu relativ günstigeren Mietpreisen als zuvor zu sichern.“. Ebenfalls sind, mit Ausnahme Stuttgarts, an allen Standorten die Leerstände gestiegen. In den einzelnen Moderatorenrunden wurde ferner berichtet, dass sich mit Blick auf das Jahr 2010 keiner der Standorte über eine zu große Anzahl an kurzfristig auf den Markt drängenden Neubauflächen Sorgen zu machen braucht. „Fundamental sind die deutschen Büromärkte in gesunder Verfassung, ein rapider Anstieg an Neubauüberkapazitäten wie zuletzt 2002 dokumentiert, ist für die kommenden Jahre nicht zu erwarten“, so Neißer weiter.
Die Erhebungen schließen in allen Märkten traditionell die Eigennutzer-Transaktionen mit ein. Trotz eines Rückgangs um fast 32% konnte erneut München den höchsten Umsatz mit 453.000 qm auf sich verbuchen, erneut gefolgt von Berlin (444.000 qm, -9,4%) Den größten Umsatzrückgang musste Düsseldorf (243.100 qm, -42,7%) registrieren; mit einem Rückgang von -5,9% hielt sich erneut Stuttgart am besten (171.000 qm).
Der aktuelle Büroleerstand in den sieben Büromärkten wird von der gif zum Jahresende mit rund 7,59 Mio. qm angegeben. Bezogen auf den Gesamtbestand in den untersuchten Städten entspricht dies einer Leerstandsquote von 9,2%. Gegenüber dem Vorjahr (8,6%) ist damit eine weitere Erhöhung eingetreten. „Gleichwohl wird der Leerstandsanstieg immer stärker durch strukturelle Aspekte getrieben (Altflächen), denn durch Neubauten. Im laufenden Jahr muss deshalb mit einem erneuten Leerstandsanstieg gerechnet werden“, analysiert die gif.
An der gif-Untersuchung zum Jahr 2009 haben an den zwölf Standorten 39 Unternehmen mit rund 100 Vertretern der Branche mitgewirkt. Die detaillierten Werte der Büromarkterhebung können im gif-Onlineshop unter https://www.gif-ev.de/publikationen/onlineshop/sonstiges abgerufen werden.
Quelle: gif-Presseinformation vom 05. Februar 2010
Rat der Immobilienweisen legt Frühjahrsgutachten vor
In ihrer Prognose für das Jahr 2010 gehen die Experten von drastisch steigenden Leerständen an den deutschen Büromärkten aus. Dafür sei entgegen anderslautender Veröffentlichungen die Sorge vor einer neuen Wohnungsnot völlig unbegründet. Ähnliches gelte für die befürchtete Kreditklemme.
Wohnimmobilien: Angst vor Wohnungsnot unbegründet
Gute Nachrichten hat Harald Simons, Vorstand von empirica, für die Eigentümer von Wohnimmobilien. Nach einem Rückgang der Wohnimmobilienpreise in den vergangenen Jahren steigen die Preise auf den deutschen Wohnungsmärkten mittlerweile wieder. „Das Jahr 2009 dürfte den unteren Wendepunkt des Wohnungsmarktzyklus markiert haben“, betont Simons. Die Wirtschaftskrise habe die Trendwende auf dem Wohnungsmarkt zwar möglicherweise abgeschwächt, aber nicht verhindert. Bei der Erholung handele es sich auch nicht um eine „Flucht in Sachwerte“ aus Inflationsangst, da die fundamentalen Werte bereits seit über einem Jahr auf eine Trendwende hindeuten. „Dies bedeutet, dass die Erholung nicht nur vorübergehender Natur ist.“
Simons rechnet damit, dass die Kaufpreise für Geschosswohnungen in westdeutschen kreisfreien Städten 2010 um 1,5% und damit ähnlich steigen werden wie 2009. In den nächsten ein bis zwei Jahren würden dann die Mieten und Preise auch in den Landkreisen wieder anziehen. Die angesichts der auf einen Rekordtiefststand gefallenen Fertigstellungszahlen immer wieder geäußerte Angst vor einer Wohnungsnot oder einer Wohnungsverknappung sei mit Ausnahme einzelner Regionen wie München, Freiburg oder Heidelberg unbegründet, betont Simons. „Die amtlichen Statistiken weisen darauf hin, dass sich das Wohnungsangebot im westdeutschen Mittel analog zur Wohnungsnachfrage entwickelt hat.“ So ist die Zahl der Haushalte in Westdeutschland zwischen 1994 und 2008 um knapp 10% oder 2,7 Mio. gestiegen. Die Wohnungsfortschreibung der statistischen Ämter weist dagegen einen Anstieg der Wohnungszahl um 14% oder 3,9 Mio. aus.
Selbst bei einer Korrektur von Ungenauigkeiten der Statistik ergibt sich eine ausgeglichene Wohnungsmarktentwicklung. In die gleiche Richtung deuten auch andere Indikatoren: So zeigt der Leerstand in Westdeutschland seit 2002 einen leichten, kontinuierlichen Anstieg, und die Nominalmieten sind seit 2004 konstant. In den Metropolen München, Köln, Hamburg und eingeschränkt Frankfurt würde ein weiterer Rückgang der Wohnungsfertigstellung tatsächlich zu einer wachsenden Anspannung auf den Wohnungsmärkten führen.
Büroimmobilien: Rekordleerstände zu erwarten
Ein Rückgang der Zahl der Bürobeschäftigten bei gleichzeitiger Zunahme der Fertigstellungen wird 2010 auf den deutschen Büromärkten zu neuen Höchstwerten bei den Leerständen führen, so die Prognose von Andreas Schulten, Vorstand von BulwienGesa. Demnach werde die Zahl der Bürobeschäftigten nach einem leichten Zuwachs von 0,12% im Jahr 2009 in diesem Jahr um 2,0% oder 270.000 Personen auf knapp 12,7 Mio. sinken. Gleichzeitig steigt das Fertigstellungsvolumen im Neubau in den sieben wichtigsten Bürostandorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) 2010 um 16,3% auf knapp 1,15 Mio. m², den höchsten Wert seit fünf Jahren.
In der Folge werden dieses Jahr in den großen Metropolen 8,75 Mio. m² Bürofläche leer stehen – eine erneute Zunahme um 18,8% nach einem Wachstum von 10% im vergangenen Jahr. Die durchschnittliche Leerstandsquote steigt nach 8,8% im Jahr 2008 und 9,7% im Jahr 2009 dieses Jahr auf den neuen Höchststand von 11,3%. Mit Ausnahme von Berlin und Frankfurt werden alle wichtigen Bürostandorte voraussichtlich neue Rekordleerstände zu verzeichnen haben, wobei Frankfurt mit 19,1% (2009: 17,4%; 2008: 15,7%) die mit Abstand höchste Leerstandsquote aufweisen wird. In der Bankenmetropole wird demnach dieses Jahr fast jeder fünfte Quadratmeter Bürofläche leer stehen.
Eine deutlich negative Entwicklung prognostiziert Schulten auch für die zwölf von BulwienGesa als Sekundärstandorte eingestuften Städte in Westdeutschland (Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Duisburg, Essen, Hannover Karlsruhe, Mannheim, Münster, Nürnberg und Wiesbaden). Aufgrund nur geringer spekulativer Bauvolumina wiesen die westdeutschen Sekundärstandorte in der Vergangenheit nur geringe Schwankungen bei der Leerstandsquote auf. Diese lag seit Mitte der 90er Jahre zwischen 3% und 6%. Auch im Jahr 2009 wurde mit 6,1% noch ein ähnlicher Wert wie im bisher schlechtesten Jahr (2005 mit 6,3%) erzielt. „Die schwache Konjunktur wird sich 2010 aber auch in den Sekundärstandorten negativ auf die Leerstandsentwicklung auswirken, so dass ein Wert jenseits der Marke von 8% realistisch erscheint“, sagt Schulten.
Deutlich optimistischer als die meisten Maklerhäuser ist Schulten dagegen für den Investmentmarkt. Nach einer Halbierung des Transaktionsvolumen auf knapp 12 Mrd. Euro im Jahr 2009 erwartet er für 2010 Transaktionen mit einem Volumen von 20 Mrd. Euro. Grundlage hierfür ist die Belebung auf dem Investmentmarkt ab August 2009 und die positive Entwicklung der wirtschaftlichen Frühindikatoren wie des King Sturge Immobilienkonjunktur-Index. „Diese Entwicklung sollte, eine Fortschreibung der wirtschaftlichen Erholungstendenzen vorausgesetzt, auch im Jahr 2010 anhalten“, betont Schulten. Sollte es nicht zu größeren Finanzierungsengpässen kommen, erwartet er deshalb auch eine Entspannung bei Portfoliodeals.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Kreditklemme für 2010 kann nicht ausgeschlossen werden
„Das größte Risiko für die konjunkturelle Erholung besteht im Auftreten einer Kreditklemme“, betont Professor Wolfgang Wiegard, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung. Für dieses Jahr könne eine Kreditklemme nicht ausgeschlossen werden. Andererseits bestehe kein Anlass zu apokalyptischen Visionen, derzeit gibt es noch keine Kreditklemme. Der Rückgang des Kreditwachstums lasse sich durch die realwirtschaftliche Entwicklung und die gestiegene Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen erklären. „Für eine darüber hinausgehende bankseitige
Verknappung des Kreditangebots gibt es keine Anhaltspunkte“, betont Wiegard.
Wiegard rechnet auch nicht mit einer hohen Inflation. „Es deutet nichts auf mittel- oder längerfristige Inflationsgefahren im Euro-Raum hin“, so Wiegard. Die Europäische Zentralbank habe die Instrumente, um schnell und unproblematisch überflüssige Liquidität kurzfris tig einzusammeln. Bei den kurzfristigen Zinsen geht Wigard angesichts unausgelasteter Kapazitäten und günstiger Inflationsaussichten auf absehbare Zeit weiter von niedrigen Sätzen aus. Eine Leitzinserhöhung sei bis weit in die zweite Hälfte des laufenden Jahres nicht in Sicht. Eine ausufernde Staatsverschuldung würde allerdings die langfristigen Zinsen ansteigen lassen. Andererseits würden bei einer mutigen Haushaltskonsolidierung die langfristigen Zinsen nur moderat ansteigen. „Für die Immobilienwirtschaft wären langfristig steigende Zinsen fatal. Deshalb ist gerade auch aus immobilienwirtschaftlicher Sicht eine Begrenzung der dauerhaften staatlichen Neuverschuldung erforderlich.“ Es deute aber einiges darauf hin, dass in den OECD-Staaten ab 2011 mit einer merklichen Haushaltskonsolidierung begonnen wird, macht Wiegard der Branche Mut.
Das Frühjahrsgutachten des Rates der Immobilienweisen kann für 129 Euro bestellt werden unter
immobilien-zeitung.de.
Quelle: Pressemeldung der Immobilien Zeitung vom 02.02.2010
Weniger Zwangsversteigerungen und niedrigere Verkehrswerte in 2009
Trotz der weltweiten Finanzkrise sind in Deutschland im vergangenen Jahr weniger Immobilien in die Zwangsversteigerung gekommen als noch im Jahr 2008. Insgesamt hat ARGETRA 86.617 Zwangsversteigerungstermine gezählt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Minus von 1,8%.
Keine Regel ohne Ausnahme: Gegen diesen Trend stehen vier Bundesländer im Norden und in der Mitte Deutschlands, nämlich Hessen, Saarland, Schleswig-Holstein und Hamburg. Hier hat es im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Versteigerungstermine gegeben. Spitzenreiter in dieser Gruppe ist Hamburg mit einem Plus von satten 18%.
Erfreulich ist, dass in den neuen Ländern die Anzahl der Zwangsversteigerungen weiterhin rückläufig ist. Im Vergleich zu 2008 konnte hier insgesamt ein Minus von 6,8 % festgestellt werden. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es im Osten aber immer noch mehr Termine als im Westen. Beispiel Sachsen: Hier gab es im vergangenen Jahr trotz eines Minus von 7,8% immer noch vier mal mehr Versteigerungstermine als in Baden Württemberg.
Interessant für alle, die gerne Haus, Wohnung oder Grundstück ersteigern wollen, ist die Tatsache, dass die Verkehrswerte fast überall zurückgegangen sind. Das bedeutet, dass mit Ausnahme der Länder Hamburg, Bremen, Baden Württemberg, Saarland und Sachsen-Anhalt viele Immobilien noch günstiger zu ersteigern sind als ohnehin schon.
Im Rückblick betrachtet hat es 2009, ganz anders als beispielsweise in den USA, Großbritannien oder auch Spanien, in Deutschland trotz der Finanzkrise keinen sprunghaften Anstieg bei den Immobilienversteigerungen gegeben. Wenn im neuen Jahr die Wirtschaft wieder anzieht und die Zahlen sich ähnlich darstellen wie in 2009, so hat der Eigentümer seines Häuschens oder seiner Eigentumswohnung allenfalls ein paar Abschürfungen, nicht aber den Verlust seines Eigentums davongetragen. Wenn sich die schwächelnde Konjunktur allerdings fortsetzt, bleibt ein Anstieg der Zwangsversteigerungen nach Ansicht von ARGETRA unausweichlich.
Quelle: ARGETRA-Pressemitteilung vom 23. Januar 2010
Baupreise im November 2009 um 0,3% gegenüber Vorjahresquartal gestiegen
Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (DESTATIS) stieg der Preisindex für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude (Bauleistungen am Bauwerk, einschließlich Umsatzsteuer) in Deutschland im November 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 0,3%.
Im August 2009 hatte der Preisanstieg im Jahresvergleich 0,2% betragen. Von August 2009 auf November 2009 blieb der Preisindex unverändert.
Die Preise für Rohbauarbeiten gingen von November 2008 bis November 2009 um 0,5% zurück, bei den Ausbauarbeiten erhöhten sie sich um 0,9%. Unter den Bauarbeiten an Wohngebäuden gab es binnen Jahresfrist nennenswerte Preiserhöhungen bei Dämmarbeiten an technischen Anlagen (+3,0%), bei Förder- und Aufzugsanlagen (+2,9%) sowie bei Verglasungsarbeiten (+ 1,8%). Stärkere Preisrückgänge wurden bei Stahlbauarbeiten (-8,7%) sowie bei Betonarbeiten (-2,4%) registriert.
Für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (Mehrfamiliengebäude ohne Schönheitsreparaturen) nahmen die Preise gegenüber dem Vorjahr um 1,2% zu.
Bei den Nichtwohngebäuden erhöhten sich die Baupreisindizes gegenüber November 2008 für Bürogebäude um 0,4% und für gewerbliche Betriebsgebäude um 0,1%.
Im Straßenbau stiegen die Preise um 0,9%.
780.000 Wohnungen stehen deutschlandweit leer
780.000 Wohnungen - das sind 3,7 Prozent aller Wohnungen in Deutschland - standen 2008 leer und waren nicht zu vermieten. Das geht aus dem aktuellen Techem-empirica-Leerstandsindex hervor, einer Gemeinschaftsstudie von Techem und empirica.
Davon entfallen 380.000 auf Ostdeutschland inklusive Berlin und 400.000 auf Westdeutschland. Die Leerstandsquote in den neuen Ländern liegt mit 6,6% zwar deutlich über der Quote im Westen (2,7%), aber beide Werte nähern sich seit 2001 kontinuierlich an: Seit Erstellung des Techem-empirica-Leerstandsindexes im Jahr 2001 ist die Quote im Osten um 1,9%-Punkte gefallen (von 8,5% auf 6,6%). Das entspricht einem Rückgang um rund 120.000 Wohnungen, was unter anderem ein Ergebnis der Abrissförderung sei. In den alten Bundesländern ist hingegen die Zahl leer stehender Wohnungen um 100.000 und damit um 0,6%-Punkte angestiegen – seit 2001 ein Sprung von 2,1 auf 2,7 Prozentpunkte.
 Techem-empirica Leerstandsindex 2008  Unterschiede in der Leerstandsentwicklung gibt es zwischen Ost und West, aber auch zwischen Stadt und Land und vor allem zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen: So entwickelten sich die Leerstände in den kreisfreien Städten günstiger als in den Landkreisen. Besonders günstig verlief die Entwicklung seit dem Jahr 2001 in den ostdeutschen Boomstädten Erfurt (minus 8%), Magdeburg und Dresden (jeweils minus 6%), Potsdam und Rostock (minus 3%) oder Leipzig und Jena (jeweils minus 2%). Die erheblichen Unterschiede zwischen wirtschaftlich prosperierenden und schrumpfenden Regionen kommen auch in Westdeutschland zum Ausdruck: In prosperierenden Regionen wie Stade (minus 6%), Emsland (minus 5%) und Plön (minus 3%) geht der Leerstand zurück, während die Leerstände in strukturschwachen Landkreisen und wachstumsschwachen Städten steigen, zum Beispiel in den Landkreisen Soest (plus 10%) und Hochsauerland (plus 9%) oder den Städten Pirmasens (plus 3%), Remscheid, Hagen und Herne (plus 2%). |
Basis für die Auswertung sind anonymisierte Heizkostenabrechnungen, die Techem von rd. 2,1 Mio. vermarktbaren Wohnungen erstellt und aus denen empirica den regionalen Leerstandsindex errechnet. Ausgewertet wurden insgesamt 100 Städte. Die niedrigsten Leerstände haben demnach die westdeutschen Städte Erlangen (0,4), Karlsruhe (0,8), Baden-Baden und Kempten (je 0,9), Memmingen (1,0) sowie Ingolstadt und München (je 1,1%). Leerstände mit zehn Prozent und mehr haben die ostdeutschen Städte Frankfurt (Oder) mit 10,0, Gera mit 11,1, Halle (Saale) mit 13,6 und Schwerin als Schlusslicht der Auswertung mit 15,4 Prozent. Im Westen haben Emden (13,6), Pirmasens (8,3), Bremerhaven (5,8) und Straubing (5,6%) die höchsten Quoten.
Bei den Bundesländern haben Hamburg mit 1,3, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils 1,8% die niedrigsten Wohnungsleerstände. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit 9,0%. Hier lag die Quote im Jahre 2001 noch bei 12,9%.
Quelle: Techem-Pressemeldung vom 30.12.2009
Inflationsrate seit Juni 2009 erstmals wieder im Plus
Wie das Statistische Bundesamt (DESTATIS) mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im November 2009 gegenüber November 2008 um 0,4% gestiegen. Damit lag die Inflationsrate gemessen an der Veränderung des Verbraucherpreisindex seit Juni 2009 erstmals wieder im positiven Bereich.


Im November 2009 wirkte sich die Preisentwicklung der Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) leicht dämpfend auf die Inflationsrate aus. Energie verbilligte sich insgesamt um 2,5% gegenüber November 2008. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Energie hätte die Inflationsrate bei +0,7% gelegen. Im Jahresvergleich wurden bei der Haushaltsenergie deutliche Preisrückgänge bei Gas (-18,7%) sowie bei Heizöl (-14,9%) beobachtet. Binnen Jahresfrist verbilligten sich auch die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (-8,6%). Eine gegenläufige Preisentwicklung wurde weiterhin für Strom (+5,8%) ermittelt. Erstmals seit einem Jahr (November 2008) lagen auch die Kraftstoffpreise im Schnitt mit +5,6% wieder über denen des Vorjahres (darunter Superbenzin: + 9,6%; Dieselkraftstoff: − 6,2%).
Im November 2009 waren Nahrungsmittel 2,2% billiger als ein Jahr zuvor. Langlebige Gebrauchsgüter wiesen weiterhin eine eher moderate Preisentwicklung auf (-0,3%). Besonders verbraucherfreundlich entwickelten sich hier die Preise für einige Erzeugnisse der Unterhaltungselektronik (zum Beispiel Fernsehgeräte: -23,1%) sowie für Informationsverarbeitungsgeräte (Personalcomputer: -17,8%; Notebook: -11,7%) und für Gebrauchtwagen (-4,4%). Nennenswerte Preisanstiege binnen Jahresfrist wurden dagegen bei Tabakwaren (+ 5,5%) festgestellt.
Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2009 verringerte sich der Verbraucherpreisindex geringfügig um 0,1%. Auffällig war im November 2009 gegenüber Oktober 2009 der Preisanstieg bei Energie (+0,6%) und bei Nahrungsmitteln (+0,5%). Im Monatsvergleich erhöhten sich bei Energie die Preise für Mineralölprodukte um 1,9%. Heizöl kostete 0,5% mehr als im Vormonat, Kraftstoffe verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 2,3% (darunter Superbenzin: +2,6%; Dieselkraftstoff: +1,2%). Bei Nahrungsmitteln waren deutliche Preisanstiege bei einigen Molkereiprodukten gegenüber dem Vormonat zu beobachten.
Bedarf an Wohnfläche nimmt weiter zu
Die Wohnfläche pro Person steigt: Bei einer höheren Haushaltszahl wird die Fläche 2030 rund 14% über dem jetzigen Stand liegen, hat das Institut empirica im Auftrag der Landesbausparkassen errechnet.
Bei der Pro-Kopf-Wohnfläche werden die Menschen in den neuen Ländern die Landsleute aus dem Westen bis 2030 überholen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Prognose des Berliner Forschungsinstituts empirica im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS). Danach steigen die Flächenansprüche im Westen von 47 Quadratmetern (2010) in den nächsten zwanzig Jahren um 15 Prozent auf 54 Quadratmeter. Zugleich wächst die Wohnfläche im Osten sogar um über ein Viertel auf 55 Quadratmeter im Jahre 2030. |
Ein Hauptfaktor für diese Entwicklung ist aus Sicht der Experten der Trend zu kleineren Haushalten. Trotz leicht zurückgehender Bevölkerung gehen die Forscher deshalb davon aus, dass die Zahl der Haushalte bis 2020 noch um über 1 Million zunimmt. Hinzu kommt steigender Wohlstand, der zu wachsenden Wohnansprüchen führt, und zwar immer öfter in den eigenen vier Wänden. Dass noch keine "natürliche" Grenze für die Pro-Kopf-Wohnfläche erreicht ist, zeigt nach Informationen von LBS Research etwa die Situation im Nachbarland Dänemark, wo der Wert bereits heute bei über 50 Quadratmetern liegt.
Laut Analyse erweist sich als maßgeblicher Grund für den wachsenden Wohnflächenbedarf, dass die Menschen immer älter werden und in ihren Eigenheimen und Wohnungen möglichst lange leben bleiben (auch wenn die Kinder längst aus dem Haus sind). Zur Zeit liegt die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf bis zum 50. Lebensjahr in den alten Bundesländern konstant bei gut 38 Quadratmetern. Mit 48 Quadratmetern liegt sie im Alter von 50 bis 65 Jahren bereits deutlich höher, um ab 65 Jahren auf 62 Quadratmeter hochzuschnellen. Im Osten ist dieser Trend ähnlich, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt. Denn dort ist die Wohneigentumsquote älterer Menschen aus historischen Gründen niedriger.
Bemerkenswert ist an der Ist-Analyse aus der Sicht von LBS Research, dass die Wohnfläche pro Kopf sich in Metropolen kaum von der in ländlicheren Regionen unterscheidet. Leben Mieter in Gemeinden bis zu 20.000 Einwohnern auf über 40 Quadratmetern pro Person, so schwankt dieser Wert in Mittel- und Großstädten um 39 Quadratmeter. Ähnlich homogen sei die Situation bei Wohneigentümern, bei denen in allen Gemeindegrößen die Pro-Kopf-Wohnfläche zwischen 47 und 49 Quadratmetern liegt. Offenbar, so die LBS-Experten, neutralisieren sich zwei Wirkrichtungen weitestgehend: Höhere Einkommen und kleinere Haushalte in größeren Städten sprechen eigentlich für hohen Flächenkonsum, das höhere Miet- und Preisniveau zwingt dagegen zu einem sparsamen Umgang mit der Quadratmeterzahl.
Auf den ersten Blick noch überraschender ist für LBS Research, dass nach der empirica-Analyse die Pro-Kopf-Wohnfläche bei den niedrigsten Einkommen (bis zu 1.100 Euro netto im Monat) am größten ist (bei Mietern nämlich 45 Quadratmeter, bei Wohneigentümern sogar 70 Quadratmeter). In dieser Einkommensklasse finden sich überproportional viele - teils bereits verwitwete - Rentner. Mit höheren Einkommen steigt dagegen, wie die LBS-Experten ergänzen, die Wohnungsgröße bei Mieter- und Wohneigentümerhaushalten klar an. Hier teilten sich aber meist Familien mit Kindern die Flächen, so dass etwa Wohneigentümerhaushalte mit Nettoeinkommen über 4.500 Euro auch nicht auf mehr als 48 Quadratmeter pro Person kämen.
Die neue Wohnflächenprognose von empirica berücksichtigt alle aktuell beobachtbaren Trends und geht davon aus, dass es zu keinen Restriktionen auf der Angebotsseite kommt. Dass die Nachfrage im Zeitraum bis 2030 deutlich über dem aktuellen Genehmigungs- und Fertigstellungsniveau liegt, wird nach Auskunft von LBS Research aus folgendem deutlich: Die Forscher sehen für 2030 eine Wohnfläche voraus, die insgesamt um rund 14 Prozent über dem Stand von 2010 liegt. Das würde rechnerisch einem Nettozugang von über 200.000 Wohneinheiten pro Jahr entsprechen. Einschließlich des Ersatzwohnungsbaus für ausscheidende Wohnungen würde dies einen jährlichen Neubau von annähernd 300.000 Einheiten in den nächsten zwanzig Jahren bedeuten - also mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Niveau der Bautätigkeit.
Quelle: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen
Keine Erholung für die B-Lagen im Gewerbeimmobilienmarkt
Der Trend zur Polarisierung der Einzelhandelslagen schreitet weiter voran. Zu dieser Entwicklungseinschätzung kommt das neue BBSR-Expertenpanel nach der Befragung von insgesamt 570 Personen der Gewerbeimmobilienbranche, davon mehrheitlich Sachverständige, Makler und Berater/Dienstleister.
Wer Handelsimmobilien innerhalb der Toplagen der City betreibt, darf sich besonders im momentanen Marktumfeld zu den Gewinnern zählen. Die innerstädtischen 1-a-Lagen werden von Branchenexperten nach wie vor mit überdurchschnittlichen Erfolgsaussichten eingeschätzt. Spiegelbildlich rechnet eine zunehmende Mehrheit mit schwindender Attraktivität für die B- und stadtteilzentralen Nebenlagen. Das Image vom innerstädtischen Einzelhandel ist dabei sehr nachhaltig von der Existenz der Kauf- und Warenhäuser geprägt: Den Stellenwert der großflächigen Handelsimmobilen für die Innenstadt stufen 45% der Befragten als hoch und 13% sogar als existenziell ein.
Das Bauen im Bestand behauptet sich weiterhin als attraktivstes Betätigungsfeld und als Wachstumsmarkt, auch nach dem unverkennbaren Einbruch im zweiten Halbjahr 2008. Besonders für Büro- und Handelsimmobilien sieht die überwiegende Teilnehmerzahl die zukünftigen Marktchancen in der Optimierung der Gebäudebestände liegen. Die Erwartungshaltung an die Neubau- wie auch die Transaktionstätigkeit hat sich in beiden Märkten ebenfalls erholt, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. So scheint der tiefste Punkt zwar bereits überschritten zu sein, ein eindeutiger Trend zur Stabilisierung der Marktlage wird aber vor allem im Büromarkt noch nicht gesehen.
Neben den sich andeutenden Erholungssignalen kann zumindest noch ein Weiteres positiv bilanziert werden: Offenbar sind die Büromieten im letzten Halbjahr allen Erwartungen zum Trotz weniger dramatisch eingebrochen, als zunächst befürchtet wurde. Rechneten Ende 2008 noch über die Hälfte mit fallenden Mietpreisen, so hat sich dies Mitte 2009 nur für 13% bestätigt. Auch für das zweite Halbjahr 2009 gehen wieder knapp 50% von fallenden Mieten aus. Ob dieser Pessimismus ein weiteres Mal widerlegt werden kann, lässt sich in Kürze beantworten: Bereits Anfang Dezember geht das Expertenpanel Gewerbeimmobilienmarkt in die nächste Befragungsrunde.
Weitere Informationen zum BBSR-Expertenpanel sowie aktuelle Ergebnisse und Downloads erhalten Sie
hier. Interessierte Branchenakteure können sich auf der Internetseite des BBSR für eine Teilnahme am Panel
anmelden.
Quelle: Medieninformation des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) vom 24.11.2009
3,1% weniger genehmigte Wohnungen von Januar bis September 2009
Von Januar bis September 2009 wurde in Deutschland der Bau von 128.800 Wohnungen genehmigt. Das waren 3,1% oder 4.100 Wohnungen weniger als in den ersten neun Monaten 2008.
Wie das Statistische Bundesamt (DESTATIS) mitteilt, waren von den insgesamt von Januar bis September 2009 genehmigten Wohnungen 111.900 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (–1,2% gegenüber 2008). Der Rückgang von Baugenehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern (–2,2%) und Zweifamilienhäusern (–3,4%) ist dabei vergleichsweise etwas höher ausgefallen als die Abnahme bei der Genehmigung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (–1,1%).
Von Januar bis September 2009 sank der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 25,4% auf 140,2 Millionen Kubikmeter. Diese Entwicklung basiert auf dem Rückgang der Genehmigungen für nichtöffentliche Bauherren um 29,0% auf 124,5 Millionen Kubikmeter. Die öffentlichen Bauherren steigerten dagegen das Bauvolumen um 25,3% auf 15,7 Millionen Kubikmeter.
Detaillierte Informationen und lange Zeitreihen zu den Baugenehmigungen können kostenfrei in der GENESIS-Online Datenbank abgerufen werden.
Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts Nr. 439 vom 19.11.2009
US-Immobilienmarkt atmet leicht auf
Der für die weltweise Finanz- und Wirtschaftskrise verantwortlich gemachte US-Immobilienmarkt erholt sich langsam aus seinem Tief. In den USA sind die Hauspreise im August in 20 großen Städten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zwar um 11,3% gesunken; im Vergleich zum Vormonat allerdings um moderate 1,2% gestiegen.
 Case-Shiller-Hauspreis-Index
 Das Abwärtstempo des US-Immobilienmarkts schwächte sich nach Angaben des Case-Shiller-Hauspreis-Index somit im August zum siebenten Mal in Folge ab. Im Juli schwächten sich die Hauspreise noch um 13,3% ab. Gegenüber dem bisherigen Hoch von Mitte 2006 hat der Case-Shiller-Hauspreis-Index um rund 29% verloren. Eine Stabilisierung der US-Hauspreise gilt als Voraussetzung für eine breite Wiederbelebung der Wirtschaft. Ob die jüngste Entwicklung nun als Vorbote für eine Erholung zu sehen ist, ist noch ungewiss, denn dem Häusermarkt in den USA steht noch eine Herausforderung bevor: Im November läuft ein Subventionspaket der amerikanischen Bundesregierung für Hauskäufer aus. |
Der Case-Shiller-Index von Standard & Poor‘s spiegelt die Entwicklung auf dem Markt für US-Wohnimmobilien wider. Zu diesem Zweck betrachtet er die Preisentwicklung von Einfamilienhäusern in den 20 größten Metropolregionen der USA. Der Index wurde in den 1980er-Jahren von den Ökonomen Karl E. Case and Robert J. Shiller geschaffen. Wegen der großen Bedeutung von Wohneigentum in den USA gilt er als Konsum- und Konjunkturindikator. Weil sich der Index auf Immobilien in den Ballungsgebieten (und damit auf hochpreisige Gebäude) konzentriert, ist er indes volatiler als landesweite Indizes.
boerse.go.de (Pressemitteilung vom 27. Oktober 2009)